Eine echte Frage ist ein Geschenk.
Sie sagt:
- Das Thema interessiert mich.
- Du interessierst mich.
- Deine Sicht zählt.
Und ganz nebenbei drehst du den Spieß um. Du sprichst weniger und erfährst mehr.
Nur: Frage ist nicht gleich Frage.
Manche Fragen öffnen neue Perspektiven. Manche klären Fakten. Manche ersticken ein Gespräch und wieder andere verraten mehr über dich, als dir lieb ist.
Hier sind 4 der häufigsten Fragentypen für dich:
1. Die offene Frage
Das sind die klassischen W-Fragen (Wie, Weshalb, Wodurch).
W-Fragen helfen dir zu verstehen. Sie machen Raum auf und lassen dein Gegenüber nachdenken. Mit W-Fragen bekommst du echte Information statt höflicher Zustimmung.
Ein Beispiel: „Wie siehst du das?“ statt „Passt das so für dich?“
Wenn du so fragst, gibst du dem anderen viel mehr Möglichkeiten und wirst mehr erfahren. Eine Ausnahme sind hier meine (und vielleicht auch deine) Kinder. Wenn ich sie frage: „Wie war es in der Schule?“, kommt meistens ein „Gut“.
2. Die geschlossene Frage
Sie hat oft einen schlechten Ruf. Zu Unrecht. Wenn du sie richtig platzierst, ist sie extrem hilfreich, um Fakten zu klären und voranzukommen.
Zum Beispiel: „Hast du die Unterlagen bekommen?“ „Ist das Paket schon da?“ „Bist du gut angekommen?“ Schnell, eindeutig, praktisch.
Wenn du aber eine geschlossene Frage nach der anderen stellst, wird dein Gespräch schmalspurig verlaufen.
3. Die Entscheidungsfrage
„Machen wir Variante A oder B?“
Sie lenkt die Auswahl und bringt Gespräche auf den Punkt. Aber sie engt auch ein, wenn noch nicht alle Optionen besprochen wurden. Wenn du einen Abschluss oder einen Ausschluss willst, ist die Entscheidungsfrage ideal.
Und dann gibt es noch die Frage, die etwas über dich verrät, auch wenn nicht du die Antwort gibst.
4. Die Suggestivfrage
„Findest du nicht auch, dass…?“
Sie klingt wie eine Frage, ist aber eine Meinung mit Fragezeichen. Und das merkt dein Gegenüber meist auch. Oft bekommst du Zustimmung statt einer eigenen Meinung.
Und manchmal (naja öfter, als uns bewusst ist) stellen wir eine Frage, obwohl wir eine klare Ansage meinen. „Könnt ihr bitte weiter tun?“ „Kannst du bitte das Fenster schließen?“
Eine Aufforderung „Bitte tut weiter.“ „Bitte mach das Fenster zu.“ ist klarer und eindeutiger. Und nicht automatisch unhöflicher.
JD_Jetzt Du:
Frag heute einmal wie ein Kind: neugierig, offen, ohne Angst, etwas nicht zu wissen. Und beobachte, was passiert.
Schreib mir. Ich bin neugierig.
Bis bald,
Johanna ✨



