Was dann passiert?
Zwei reden sofort. Eine Person lehnt sich zurück. Eine schaut ständig aufs Handy. Jemand beginnt einen Grundsatzvortrag. Und die Zeit läuft.
Genau diese Situation haben wir im Training diskutiert. Und als ich fragte: „Wer von euch fühlt sich da manchmal überrollt?“ gingen vielen Hände hoch.
So muss es nicht laufen. Hier sind 4 Dinge, damit deine nächste Moderation gut gelingt.
1️⃣ DU bist für den Prozess verantwortlich.
In unserem Beispiel saß vorne eine Bereichsleiterin. Fachlich stark, anerkannt, voll im Thema. Aber sie ließ die Diskussion einfach laufen. Nach 20 Minuten war klar: Es gibt viele Meinungen. Aber keine Struktur und schon gar keine Entscheidung.
Stell dir vor, du stehst vorne und sagst zu Beginn: „Ich moderiere heute unser Meeting. Wir haben 60 Minuten und unser Ziel ist es eine Entscheidung zum Thema XY zu treffen. Ich führe euch gerne durch die einzelnen Schritte.“
Plötzlich ist klar: Hier führt jemand durch den Prozess. Nicht durch den Inhalt – sondern durch den Ablauf. Und genau das ist deine Aufgabe.
👉 Also nimm dir das Zepter, halte es hoch und hole es dir immer wieder zurück.
2️⃣ Time Boxing – auch wenn es unbequem wird
In unserem Beispiel begann ein Senior Manager ausführlich zu erklären, warum das Thema historisch gewachsen ist. Minute 1. Minute 3. Minute 6. Die Moderatorin wurde unruhig. Man sah ihr an: Sie wusste nicht, wie sie unterbrechen soll.
Hierarchisch höher. Wichtig für das Projekt. Diese Situation kennst du vermutlich.
Jetzt könntest du sagen: „Ich möchte hier bitte kurz unterbrechen. Diese Hintergründe sind wichtig. Allerdings – im Anbetracht der Zeit würde ich gerne noch die anderen Stimmen hören, die für unsere Entscheidung relevant sind damit wir zu unserer Entscheidung kommen können
👉 Time Boxing ist kein Affront. Time Boxing braucht keine Entschuldigung und keine Rechtfertigung. Time Boxing ist Fairness und der Weg zum Ziel.
3️⃣ Jede Meinung zählt – auch die Leisen
Nach 40 Minuten hatten immer dieselben vier gesprochen. Hinten links saß eine junge Projektleiterin. Sie hatte bis dahin nichts gesagt.
Als wir das im Training reflektierten, fragte ich: „Was glaubt ihr – hatte sie nichts zu sagen?“ Natürlich hatte sie. Sie wartete nur auf einen sicheren Moment.
Gute Moderation schafft diesen Moment.
Zum Beispiel so: „Bevor wir entscheiden, möchte ich gerne noch die hören, die bisher nichts gesagt haben.“ Oder ganz konkret: „Anna, wie siehst du das?“
👉 Oft kommen genau hier die differenziertesten Gedanken.
4️⃣ Behalte das Ziel im Auge
Zurück zu unseren 12 Personen. Irgendwann driftete die Diskussion ab. Man sprach plötzlich über Budgetfragen – obwohl es eigentlich um die strategische Ausrichtung ging. Niemand stoppte es.
Und genau hier brauchst du einen Satz wie: „Hilft uns das gerade bei unserer Entscheidung?“ Oder: „Ich hole uns kurz zurück. Unser Ziel heute ist Option A oder B.“
👉 Das ist keine Unterbrechung. Das ist Orientierung. Und deine Aufgabe als Moderatorin.
Was ist nach unserem Trainingsbeispiel passiert?
Wir haben dieselbe Szene noch einmal durchgespielt. Diesmal mit klarer Moderation.
Die gleichen 12 Menschen. Das gleiche Thema. Die gleiche Hierarchien. Aber es gab:
- eine klare Eröffnung
- klare Redezeiten
- bewusste Einbindung der Stillen
- konsequente Zielorientierung.
Das Ergebnis?
Eine Entscheidung nach 55 Minuten. Und das Gefühl: „Das war ein gutes Meeting.“
JD_Jetzt Du:
Wähle eines deiner nächsten Meeting, in dem du die Rolle der Moderatorin oder des Moderators übernimmst. Probier es aus und die wirst merken, mit den 4 Moderationsprinzipien geht es ganz leicht 😊 Schreib mir, wir es dir gegangen ist.
Ich bin neugierig.
Bis bald, Johanna ✨
So geht Moderation, die sich für alle gut anfühlt!



